"Eine Fellnase aus dem Tierschutz zieht ein!"

Was uns dann ganz besonders am pfotenherz50x50 liegt:

Sei es als Pflegehund oder aber er zieht in seine Endstelle ein – wir freuen uns sehr über jeden Hund, der ein neues Zuhause bekommt, deswegen wollen wir SIE ein wenig unterstützen und IHNEN hierzu ein paar Tipps geben: 

Wenn Sie sich entschlossen haben, einen Hund aus dem Tierschutz zu übernehmen und es dann soweit ist, dass der Hund abgeholt  werden kann, ist es meistens so, dass der Hund schon eine längere Fahrt, mit öfterem Umsteigen, hinter sich hat – Fahrketten -. Es herrscht Aufgeregtheit, natürlich, bei den Zweibeinern genauso wie bei den Vierbeinern. Zum besseren Verständnis zum Verhalten eines Hundes hier ein paar Tipps/Hilfestellungen, gut gemeinte Ratschläge.

Vorweg erstmal eines, was uns sehr am Herzen liegt und was es den Hundehaltern um vieles einfacher macht, ihren Liebling zu verstehen: Ein Hund ist auf dem geistigen Niveau eines zweijährigen Kindes.  Wer das begreift und sich zu Herzen nimmt, hat die perfekten Voraussetzungen für eine glückliche Beziehung (Stanley Coren, Psychologie Professor der Universität von British Columbia in Vancouver, erforscht seit 40 Jahren das Verhalten von Hunden).  Seien Sie also einfühlsam, genauso, wie sie es bei einem Kleinkind wären/sind. Selbstverständlich kann auch  ein Hund Freude – ein Glücksgefühl – oder Trauer empfinden. 

Es wird einfach viel zu viel von den Hunden erwartet und die Enttäuschung ist dann riesengroß, wenn er sie mit großen Augen anschaut, und er überhaupt nicht weiß, was Sie von ihm erwarten/wollen und er nicht so „funktioniert“ wie es Sie sich vorstellen. Werden Sie nicht gleich ungeduldig, geben Sie ihm die nötige Zeit, die er braucht, versuchen Sie den Hund zu verstehen, und erwarten Sie nicht, dass der Hund SIE versteht. Schrauben Sie einfach die Erwartungen an den Hund etwas herunter und gehen langsam Schritt für Schritt vor. Mit Geduld, Liebe und Konsequenz (= Konsequenz in der Erziehung bitte nicht verwechseln mit Strenge und Strafen, da läuft so unheimlich viel falsch). 

Die Aufgabe des Menschen seinem Hund gegenüber, ist es, Souveränität auszustrahlen, um in möglicherweise gefährlichen Situationen, seinem Hund die notwendige Unterstützung zu geben !!

So nun aber zieht die Fellnase ein……..

Hierzu einige Tipps. Geht langsam auf die Fellnase zu, überfallt sie nicht gleich und überhäuft sie mit Zärtlichkeiten, auch das kann für den Hund sehr stressig sein.  Möglichst gleich von Anfang an normal mit dem Hund umgehen, auch wenn er ängstlich ist. Nicht auf seine Angst eingehen. Mit dem Hund ruhig sprechen, ihn dabei nicht anstarren und sich nicht über ihn beugen, da Sie sich noch nicht richtig kennen. Das „Anstarren“ ist für den Hund sehr unangenehm und eine Herausforderung zum Streit, er wird sehr verunsichert dadurch, vor einigen Minuten haben Sie ihn noch gestreichelt und jetzt fordern Sie ihn durch „Anstarren“ heraus. Reden Sie einfach leise vor sich hin, die menschliche ruhige Stimme tut den Hunden gut und nimmt ihnen den Stress. Lassen Sie den Hund bitte in der ersten Nacht nicht alleine, wenn die  Möglichkeit besteht, schlafen Sie die erste Nacht oder Nächte bei ihm  oder aber Sie nehmen ihn mit ins Schlafzimmer und machen ihm dort ein gemütliches Plätzchen. Seien „SIE“ einfach nur da, mit ihrer ruhigen und besonnenen Art. 

Auch tagsüber legen Sie eine Decke oder Kudde an einen Platz, wo er sich auch wirklich zurückziehen kann und nicht ständig irgendwelche Menschen  anihm vorbeilaufen, er soll ja zur Ruhe kommen. Vertrösten Sie Besucher, die das neue Familienmitglied gerne kennenlernen möchten, um einige Tage – geben Sie ihm Zeit, seine neue Umgebung kennen zu lernen. Er muss sich erst einmal an sein neues Zuhause/neue Umgebung/ andere Menschen gewöhnen und lernen, dass „SIE“ jetzt die Bezugsperson für ihn sind. 

Wenn Sie mit ihrem Hund die erste Gassirunden gehen, immer schön langsam und auch nicht zu lange Runden, das hat alles Zeit. Den Hund bitte doppelt sichern, sprich Halsband und Geschirr, das können Sie nach ein paar Tagen so handhaben, wie sie es für richtig halten, denn dann können Sie den Hund schon besser einschätzen. Zu Anfang bitte niemals den Hund frei laufen lassen, dazu wissen Sie zu wenig über ihn, ob er Jagdtrieb hat oder ob er sich einfach nur bei der erstbesten Gelegenheit aus dem Staub macht. Seien Sie also erst einmal vorsichtig.  Bitte nehmen Sie keine Flex-Leinen, sondern dann doch lieber – bei einer Feldrunde – eine Schleppleine. Bei den Flexleinen läuft der Hund ständig und permanent im Zug, daran sollte er sich nicht gewöhnen, nein, oft ist es ja so, dass die Familien erst einmal – nach einiger Zeit schauen/üben müssen, dass  ihr neues Familienmitglied das Fußlaufen lernt. Lassen Sie ihrem Hund Zeit, sich in seiner neuen Umgebung zurechtzufinden. 

Den Hund bitte futtermäßig nicht sofort umstellen, sondern ihm einfach das Futter noch einige Tage geben, dass er in der Abgabefamilie bekommen hat. Das wäre natürlich für den Hund ideal, umstellen können Sie ihn dann immer noch nach ein paar Tagen. Viele Hunde reagieren auch am Anfang auf die ganze Veränderung mit Durchfall, dass sich aber nach ein paar Tagen von ganz alleine legt. Gönnen Sie ihm einfach sehr viel Ruhe und lassen ihn bei sich ankommen. Auch kann es sein, dass ihr Hund in den ersten Tagen sehr viel trinkt, das kann stressbedingt sein, muss nicht immer unbedingt sofort auf eine Krankheit hinweisen.

Gebt Acht auf eure Fellnasen, habt Geduld mit Ihnen und ganz wichtig, ein Hund „denkt“ nicht wie wir. Ein Hund lebt im Hier und Jetzt, eigentlich beneidenswert, da wir Zweibeiner uns ja oft soooo viele Gedanken um gestern oder morgen machen, was wäre wenn und überhaupt und sowieso…..Hier nur kurz ein Beispiel:

Ich verlasse kurz die Wohnung, nur auf die Schnelle was einkaufen gehen. Komme zurück und mein Hund hat mein gutes Paar Schuhe geliefert. Mein Hund kommt aufgeregt auf mich zu und freut sich (weil ich wieder zurück bin), ich schimpfe mit ihm – das wiederum versteht er aber nicht – er hat die Schuhe vor 20 Minuten geliefert – Schnee von gestern!!), ich komme heim und er freut sich und ich schimpfe mit ihm –(aus seiner Sicht – weil er sich freut). Also, so schnell kann es zu Missverständnissen kommen. Deswegen immer dran denken, er weiß es nicht, was er vor einigen Minuten falsch gemacht hat, er macht so etwas auch nicht mit Absicht und er hat auch kein unterwürfiges Verhalten, weil er weiß, dass er das nicht darf, nein, diese Unterwürfigkeit (diese Unterwürfigkeit - Unsicherheit, wird oft so gedeutet, dass das Herrchen/Frauchen meint, der (Hund) weiß genau, dass er das nicht darf und deswegen verhält er sich jetzt so)  kommt daher, weil ich meine Körperhaltung total geändert habe, durch die gelieferten Schuhe etwas verärgert bin. So schnell läuft es dann aus dem Ruder und am Ende schaut es so aus (aus Sicht des Hundes), dass er von mir zurechtgewiesen wird, weil er mich begrüßen wollte. Deswegen sind Strafen total fehl am Platz. 

In den allermeisten Fällen gilt – Unerwünschtes Verhalten ignorieren, erwünschtes Verhalten ausgiebig loben und vor allem Konsequenz – nicht heute so und morgen so und übermorgen vielleicht doch wieder ganz anders. Wenn Sie sich an ein paar kleine Regeln halten, werden Sie mit Sicherheit ein tolles Team. 

Ein kleiner Anhang, der uns auch noch sehr am Herzen liegt:

Sollte bei Ihnen so ein kleines, süßes Welpenkind einziehen, sind leider immer noch sehr viele Hundehalter der Meinung  - der hat  WELPENSCHUTZ !!!!!

Bekannt ist mittlerweile, dass es einen generellen Welpenschutz nicht gibt !!!!! Eine erhöhte Toleranz genießen Welpen nur in ihrem „eigenen Rudel“ oder bei besonders entspannten und an Welpen gewöhnten Hunden; eine generelle Beißhemmung zum Schutz von Welpen kann nicht von jedem Hund erwartet werden, außer er wurde entsprechend sozialisiert. Problematisch ist zudem, dass die Bezeichnung Welpe unscharf ist – man sagt, das Junghundealter beginnt so ca. mit dem 4./5. Monat.

 

Das lag uns sehr am Herzen und nun wünschen wir Ihnen viel Spaß mit dem neuen Familienmitglied.

 

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